14 Sep 2014

Dämonentochter 1 (Orig.: Half-Blood)

Dämonentochter - Verbotener Kuss: Band 1

Autor: Jennifer L. Armentrout
Verlag: cbt
Seitenzahl: 449 Seiten
Band: 1 von 5

Kurz vorweg: Bitte lasst euch nicht von den total kitschigen deutschen Titeln abschrecken! Ich habe keine Ahnung, wer sich diesen Humbug von Verführung, Versuchung, Verboten und irgendwelchen Küssen ausdenkt, aber dieser Kitsch ist scheinbar nach Vorstellung des Verlags in irgendeinerweise leserlockend. Ich kanns nicht erklären. Die Originaltitel der 5 Bücher sind Half-Blood, Pure, Deity, Apollyon und Sentinel. Und wenn’s euch nichts ausmacht, versucht die Bücher ruhig mal auf Englisch!

Inhalt:
Alexandria, kurz Alex, ist auf der Flucht vor Daimons, die ihre Mutter getötet haben. Ihr Ziel: Der Covenant, Schule für die gottgleichen Reinblütigen und ihre geringwertigeren Verwandten, die Halbblütigen. Gerettet durch die Sentinels, Jäger der scheinbar seelenlosen Daimons, findet Alex sich schon bald im Covenant wieder, umzingelte von Freunden und Feinden ihrer Kindheit. Um nicht als willenlose Dienerin der unnahbar schönen und ebenso kalten Reinblütigen zu enden, hat sie genau einen Sommer Zeit um zu beweisen, dass sie immer noch Teil des Covenants ist. Und das, obwohl sie allen anderen drei Jahre in ihrer Ausbildung hinterher ist.
Während der Sommer auf der gut abgeriegelten Insel des Covenants seinen Lauf nimmt, wird die Welt vor dessen Toren zunehmend von Daimons heimgesucht, die die Reinblütigen in ganz Amerika jagen und die Gottesessenz aus deren Körpern saugen. Der Gipfel des Grauens ist erreicht, als die Daimons beginnen, ihre Skrupellosigkeit zu organisieren und Alex sich der Anführerin der Monster stellen muss: Ihrer Mutter.

Rezension:
Eine unglaubliche Geschichte! Ich konnte das Buch nicht für den kleinsten Moment aus der Hand legen. Die Geschichte steckt voller Witz, Action, Emotionen und Freundschaft, mit vielen unerwarteten Wendungen und das alles vor der Kulisse griechischer Gottheiten. Der Autorin gelingt es dabei kurzweilig und dennoch detailreich zu erzählen, während die Geschichte durchgehend in rasantem Tempo voranschreitet.

Alex, ziemlich vorlaut, nervtötend und mit einem belustigenden Hang zur Gewalt ahnt nichts von der Existenz ihrer Mutter als Daimon. In der Schule schlägt sie sich stattdessen mit eines dreisten Erzfeindin herum, während sie verzweifelt darum bemüht ist, sich ihrem scheinbar super heißen Trainer, Aiden, seines Zeichens Reinblut und Sentinel, nicht sabbernd an den Hals zu schmeißen. Denn auf eine Beziehung zu einem Reinblut steht für ein Halbblut die sofortige Degradierung zum Diener, die mit Drogen in die Gehorsamkeit gezwungen werden.

Protagonistin und Erzählerin Alex schlägt sich trotz aller Anfeindungen durch ihre Welt, und das im wahrsten Sinne des Wortes, so gut es nur geht. Dabei ist sie schrecklich sturköpfig und uneinsichtig. Mit viel mehr Glück als Verstand kommt sie auffällig häufig aus prekären Situationen noch so eben mit dem Leben davon. Obwohl ihr die Dienerschaft droht und ihre Mutter in ein Monster verwandelt wurde gibt sie nie auf, sondern versucht stets alles wieder gerade zu rücken – und fabriziert damit noch größere Katastrophen.

Um Alex herum gibt es natürlich noch jede Menge andere Figuren! Besonders erwähnenswert sind dabei ihr bester Freund Caleb und ihr Trainer und Daimonjäger Aiden. Insbesondere letzterer sollte eigentlich langweilig sein, als regelkonformer, geradezu stoischer Sentinel und Bewacher der Covenant Insel und dennoch ist es irgendwie gelungen ihn mit genug Ecken und Kanten – und womöglich auch Muskeln – auszustatten, um ihn zu einer der mit Abstand aufregendsten Personen des ganzen Buches zu machen. Er scheint zudem der einzige Reinblütige zu sein, der nicht himmelstinkend arrogant und wehrlos ist, im Gegensatz zu all den anderen Reinblütigen, die sich auf ihre Halbblut-Sentinels als Beschützer und Diener verlassen.

Nicht zuletzt Seth ist ein Grund sich in der Geschichte zu verlieren. Seth, obwohl ebenfalls ein Halbblut, ist der Appollyon und somit sowas wie der Rockstar unter den Sentinels! Seth ist sich dieser Tatsache allerdings ziemlich bewusst und dementsprechend selbstverliebt. Dabei steigt er auch mit allem ins Bett, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Trotzdem ist er in diesem Buch eine der witzigsten Personen, insbesondere wegen der zahlreichen Wortgefechte mit Alex.

Als Auftakt einer Reihe ist das Buch absolut gelungen. Es überschwemmt einen nicht mit Fakten und Eigenarten einer fremden Welt in einer dubiosen Aufzählung ausgedachter Terminologien, sondern begleitet Alex einfach zurück an ihre Schule, an der für sie – und aus ihrer Sicht wird schließlich erzählt – alles und jeder so ziemlich normal ist. Ihre Empfindungen und Faszinationen gegenüber anderen Personen sind dabei stets vollkommen nachvollziehbar dargestellt.

Spannend wird das Ganze natürlich durch die vielen Gefahren, in die sich Alex stets vollkommen selbstständig hinein manövriert. Obwohl man sich manchmal wirklich mit der flachen Hand gegen den Kopf schlagen könnte, muss man zugeben, dass all die unbedachten Aktionen Alex‘ das sind, was die Geschichte ausmacht. Wäre sie einfach zu Hause geblieben, oder würde sie auf ihren Stiefvater oder Onkel auch nur ein einziges Mal hören, gäbe es mit Sicherheit keine Geschichte mehr, die es wert wäre erzählt zu werden. So jedoch stolpert sie von einer Daimonattacke in die nächste und verstrickt sich zunehmend in den Spannungen zwischen den Rein- und den Halbblütigen.
Fazit:
Ein total spannendes Buch, das trotz etwas schnulziger Aufmachung viele Überraschungsmomente und jede Menge Action bereithält! J. L. Armentrout schreibt fantastisch, wobei ich allen, denen es nichts ausmacht, unbedingt empfehlen muss, das Buch auf Englisch zu lesen – das macht es noch etwa hundertfach lustiger!

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