21 Sep 2014

Dead Beautiful - Deine Seele in mir

Dead Beautiful - Deine Seele in mir: Roman

Autor: Yvonne Woon
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Seitenzahl: 480 Seiten
Band: 1 von 3

Inhalt:
Renée hat sich nie für die Geschichten interessiert, die der Tod erzählt – bis zu dem Tag, an dem ihre Eltern starben. Sie war es, die ihre Leichen im Wald fand, seltsam unnatürlich daliegend und von Münzen übersät. Als sie von ihrem Großvater auf das Gottfried-Institut, eine elitäre Privatschule mitten in den Wäldern von Maine, geschickt wird, stößt Renée auf ähnliche mysteriöse Todesfälle. Außerdem beinhaltet ihr neuer Stundenplan Fächer wie Gartenbau und Bestattungskunde. Was hat das alles zu bedeuten? Bei der Suche nach der Wahrheit kann ihr nur einer behilflich sein: Dante, ihr seltsam unnahbarer Mitschüler, zu dem sie sich wie magisch hingezogen fühlt. Doch auch er scheint ein tödliches Geheimnis zu haben..

Rezension:
Ich fange einfach mal vorne an: Der Beginn des Buches ist ziemlich gelungen. Renée führt eigentlich ein total normales Leben, bis zu dem Moment in dem sie ihre Eltern im Wald findet. Beide tot, mit Mullbinden im Mund und überall liegen Münzen. Aber keine Sorge, wem das jetzt zu gruselig klingt. Die Szene im Wald zu Beginn bleibt für lange Zeit erst mal die einzige, die einen Gruselfaktor besitzt und selbst spätere Momente sind keineswegs zum schreiend Davonlaufen.

Renée kommt danach zu ihrem praktischerweise überaus reichem Großvater und auf die Eliteschule Gottfried, die von vorne bis hinten seltsam ist. Und damit meine ich ein gutes seltsam! Die Menschen die Renée trifft finde ich im Allgemeinen etwas zu oberflächlich dargestellt. Außer natürlich ihren neuen Latein-„Nachhilfelehrer“: Dante. Dante ist eine, für dieses Genre ziemlich typische männliche Hauptfigur, ein bisschen dunkel, ziemlich geheimnisvoll und natürlich von umwerfender Gestalt. Zufällig ist er natürlich auch noch ein entsprechendes Stück älter als Renée, wie sich das sechzehnjährige Mädchen nunmal vorstellen. Obwohl Dante seinen Teil dazu beiträgt, dass die Geschichte angenehm aufregend wird, fehlt mir an ihm ein bisschen etwas Besonderes. Nicht, dass er langweilig wäre, aber so richtig der Hammer ist er nun mal auch nicht.

Obgleich ich die insgesamt düstere Stimmung interessant fand, war mir die Geschichte zu vorhersehbar. Hauptfigur wird Waise, reiche Verwandten, neue Schule, alles total mysteriös und plötzlich taucht da ein schweigsamer Gutaussehender auf, der sich nur für Renée interessiert blablabla. Zugegebener Maßen ist das alles (insbesondere die Lösung des großen Geheimnisses) gut durchdacht, und die Schulatmospähre ist etwas ganz besonderes (mysteriöse Unterrichtsfächer und viele schöne lateinische Begriffe), aber für mich waren diese Besonderheiten einfach zu wenig herausgearbeitet. Ich hätte mir ein bisschen mehr „Tiefe“ in der Geschichte der Wächter und ihrer Gaben gewünscht. Außerdem ist mir das Ende auch ein großes Rätsel geblieben. Ebenso wie das Schicksal einiger Beteiligter und dergleichen kann ich ja gar nicht leiden. Insgesamt also ein ziemlich durchmischtes Urteil von mir an dieser Stelle: Grundsätzlich eine gute Idee, mit einem spannenden Anfang und einer aufregenden, tödlichen Schule, aber trotz überraschender Verlaufsmomente nicht mitreißend genug, um mich für die nächsten Teile zu begeistern.
Fazit:
Eine Geschichte mit einem Anfang, so herzzerreißend wie das Ende, die finster, spannend und vor allem eines ist: anders. Wobei ich ein paar Pluspunkte abziehen muss: Mir hat der Wow-Effekt gefehlt und irgendwie macht mich das Ende ein bisschen böse. Einige Rätsel bleiben unaufgeklärt (ich hasse das) und es bleibt sehr, sehr offen. Oder ich habe es nicht begriffen, in diesem Fall wäre ich für baldige Erleuchtung sehr dankbar. Endergebnis: Kann man lesen, ist nicht schlecht, aber auch kein absolutes must-have.

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