15 Sep 2014

Plötzlich Fee - Sommernacht

Plötzlich Fee - Sommernacht: Band 1 - Roman

Autor: Julie Kagawa
Verlag:Heyne
Seitenzahl: 497 Seiten
Band: 1 von 4

Inhalt:
Schon immer hatte Meghan Chase das Gefühl nicht dazuzugehören. Nicht in der Schule und auch nicht zu Hause. Doch mit ihrem sechzehnten Geburtstag soll das alles endlich anders werden. Wie anders, das hätte sich Meghan in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen können: Sie erfährt, dass sie die Tochter des sagenumwobenen Feenkönigs Oberon ist. Kaum am Hof ihres Vaters angekommen, gerät Meghan zwischen die Fronten eines magischen Krieges zwischen ihrem Vater und Mab, der Königin der Winterfeen. Als Meghan dort den wunderschönen Ash kennenlernt, verliebt sie sich in ihn. Doch Ash ist der Prinz des Winterreichs und damit ihr schlimmster Feind. Kann sie mit ihm trotzdem ihr Glück finden – mit einem dunklen Prinzen, der sie am liebsten tot sehen würde?

Rezension:
Wie immer ein kurzes Wort vorweg: Keine Sorge, wir haben es hier mit einem Buch zu tun, das nicht halb so kitschig ist, wie Cover, Inhaltsangabe, und der meiner Meinung nach etwas plumpe Titel (oder gar abgeguckt von „Plötzlich Prinzessin“?!) vermuten lassen würden.

Erzählt wird aus Sicht der sechzehnjährigen Meghan. Meghan ist dabei eine absolut schlüssig dargestellte, recht vernünftige Persönlichkeit, die insbesondere im unmenschlichen Feenreich an Sympathiepunkten für ihr „Normalosein“ gewinnt. Obgleich sie ein gewöhnliches Mädchen zu sein scheint, wird sehr schnell klar, dass sie weder in der Schule, noch zu Hause dazugehört, was insbesondere im Kreis ihrer Familie befremdlich erscheint. Trotzdem ist sie bereit alles zu riskieren, als ihr kleiner Halb-Bruder Ethan ins Reich des Feen entführt wird.

Das Feenreich: der totale Hammer. Begleitet von Puk gerät Meghan in die schillernde Welt der Feen – das Nimmernie – und geht darin beinahe ein bisschen unter. Am meisten haben mich die vielen „Fee-Welt-Begriffe“ begeistert. Es gibt das Nimmernie, Tir Na Nog, die Sidhe und all diesen Schein, den die Feen für sich benutzen können, um die Sicht der Menschen auf sie zu manipulieren. Der Sommerhof Oberons ist mit ebenso vielen bösen Feen gefüllt wie der Winterhof der Eiskönigin Mab und lässt so nicht eine einzige gelassene Sekunde innerhalb der Geschichte zustandekommen. Die ganze Zeit muss Meghan, und so muss natürlich der Leser mit ihr, auf der Hut bleiben um nicht von der eifersüchtigen Titania in eine einfältige Blume verwandelt zu werden. Auch Hasen und Rehe findet Titania ganz reizend, die kann man nämlich später so gut essen.

Als besonderes Special gibt es natürlich diese Feen-Regel, dass Versprechen bindend sind. Und schon bald haben Meghan und Ash sich durch eine Reihe dummer Versprechen aneinander gekettet. Ash, von undefiniertem Alter, ist eine meiner Lieblingsfiguren, wie wohl von der Autorin beabsichtigt. Er ist kühl, reserviert und sehr bedacht darauf, ohne die Hilfe anderer Menschen oder Feen auszukommen. Trotz all dieser Eigenschaften schafft er es irgendwie liebenswert rüber zu kommen. Weiß der Himmel warum. Ashs ewiger Gegenspieler ist Puk, die sich scheinbar schon seit einer Ewigkeit zu töten versuchen, nachdem auf einem gemeinsamen Ausflug der beiden das Mädchen gestorben ist, das sie wohl beide für sich gewinnen wollten. Die beiden Rivalen geben jeder ohnehin schon schwierigen Situation noch diesen Hauch nutzlosen Testosteron-Gehabes, die eine solche Geschichte so vergnüglich werden lassen.

Zuletzt zu der wahren Attraktion des Buches: Grimalkin. In meiner Vorstellung etwa so wie die Katze in Alice im Wunderland. Grimalkin kann nämlich ebenfalls unsichtbar werden und schließt mit allen und jedem bindende Handel ab. Für jede unerwartete Wendung in der Geschichte ist, wenigstens mittelbar, die umtriebige Katze verantwortlich, die nie auftaucht wo man sie erwartet, oder gerade für nützlich hält.
Fazit:
Eine spannende und kurzweilige Geschichte. Die Feenwelt ist so andersartig, dass sie mich regelmäßig wieder in Erstaunen versetzt hat. Mir haben die Anlehnungen an Shakespeares Sommernachtstraum besonders gut gefallen, ebenso wie diese vielen Fee-Details, die noch darüber hinausgingen. Nach einem etwas schleppende Anfang wartet in diesem Buch ein tolles Abenteuer, gekrönt von einem fantastischen Ende!

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