16 Nov 2014

Die Erben der Nacht - Nosferas

Die Erben der Nacht - Nosferas

Autor: Ulrike Schweikert
Verlag: cbt Fantasy
Seitenzahl: 446 Seiten
Band: 1 von 6

Inhalt:
Ende des 19. Jahrhunderts stehen die letzten Vampire kurz vor dem Untergang. Ihnen bleibt nur eine Hoffnung: Ihre Nachkommen müssen sich auf das Erbe der Nacht besinnen und die Clans zu ihrer einstigen Größe und Macht zurückführen. Um den Auftrag ihrer Altehrwürdigen zu erfüllen, reisen die jungen Vampire aus ganz Europa zu den Nosferas nach Rom, wo sie lernen sollen, sich gegen Kirchenzauber jeder Art zu immunisieren. Doch schon bald kommt es zu rätselhaften Mordfällen im italienischen Clan. Ein Vampirjäger geht um. Als sich Alisa vom Clan der Vamilia und der schöne, aber arrogante Dracas Franz Leopold auf seine Fährten setzen, stoßen sie auf den Zirkel der roten Masken und eine blutige Verschwörung…

Rezension:
Zunächst einmal zu der Idee des Buches: Die jungen reinblütigen Vampire der sechs großen europäischen Clans werden auf eine gemeinsame Akademie geschickt, Gründungsjahr 1877, das erste Schuljahr findet in Rom statt. Die jungen Vampire sind dabei alle erst um die 13 Jahre alt, so unerfahren, neugierig und ungestüm wie jedes menschliche Kind in ihrem Alter. Die sonst streng getrennt lebenden Clans schicken ihre Nachkommen auf die gemeinsame Akademie, weil es mit dem Vorrücken der Menschen und ihrer Wissenschaft für die Vampire immer schwieriger wird unauffällig zwischen den gewöhnlichen Leuten zu leben. Ihre einzige Lösung scheint es zu sein, die unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen Clans in ihren Nachkommen zu vereinen.

In meinem Kopf hat sich unweigerlich der Vergleich zu Harry Potter eingebrannt. Ein wenig ist diese Reihe auch so – nur völlig anders! Vier junge Vampire sind dazu auserkoren, die Hauptfiguren der Reihe zu werden. Im ersten Buch kristallisiert sich erst langsam heraus, wer diese vier sein werden: Erst einmal haben wir da Luciano, einen etwas fettleibigen Jungen aus der römischen Familie der Nosferas. Luciano ist ein umgänglicher junger Vampir, mit viel zu viel Appetit, wenig Kondition, aber neue Freunde schließt er schnell in sein Herz. Außerdem spielt Ivy eine wichtige Rolle. Ivy ist eine geheimnisvolle Irin vom Clan der Lycana, die stets von ihrem furchteinflößenden weiß-silbernen Wolf Seymour begleitet wird. Von der Familie der Vamalia aus Hamburg steht ganz klar Alisa im Vordergrund. Alisa ist strebsam, klug und blitzgescheit. Ich finde sie im Ergebnis außerdem ziemlich cool, weil sie herzerwärmende Streits mit dem letzten in der Runde hat, seines Zeichens der Erzfeind Lucianos: Franz Leopold, später Leo, von der wienerischen Familie der Dracas. Er ist das überheblichste Ekel aller Zeiten, dem nur ganz hin und wieder in den Sinn kommt, sich nicht wie das verzogenste Scheusal in diesem Universum aufzuführen. Er ist der boshafte Schöne in der Runde der jungen Vampire und hätte am liebsten mit keinem von ihnen etwas zu tun.

Im Verlauf der Geschichte müssen die jungen Vampire lernen, mit einander auszukommen. Sie müssen Prüfungen bestehen, Rätsel lösen und dann ist da noch das große, böse Unbekannte, das wie ein dunkler Schatten über dem ersten Jahr der Akademie hängt. Altehrwürdige der Familie verschwinden und mit jeder Seite, die man umschlägt, wächst das Rätsel und die Gefahr für die jungen Vampire.

Ich finde das Buch unglaublich gelungen und vor allem historisch sehr genau recherchiert. Am Ende des Buches findet sich ein fantastisches Glossar und selbst die „Gaststars“, unter ihnen Lord Byron und Papst Pius IX werden kurz vorgestellt. Wenn das kein spielerisches Lernen ist. Am Anfang braucht man einen Moment um reinzukommen. Insbesondere ist es für mich immer schwieriger, Spannung aufzubauen, wenn aus verschiedenen Sichtweisen erzählt wird und ganz ohne Ich-Erzähler. Aber wenn man erst einmal drin ist, gibt es kein Loskommen mehr. Gott sei Dank hatte ich schon Band 2 parat!

Fazit: Eine sehr gelungene Geschichte und endlich mal abseits von so vielen lahmen Vampir-Klischees. Band 1 ist dabei, wie ich mittlerweile sagen kann, der Band in dem es noch am langsamsten voran geht und alle Personen erst einmal vorgestellt werden müssen. Den Leser erwartet Harry Potter in vampirig, nur geschichtlich ungleich wertvoller als so viele andere Fantasy-Geschichten. Für mich eine der kontinuierlich besten Reihen, die ich je gelesen habe und Nosferas ist ein großartiger Beginn.

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