09 Nov 2014

NinjaNews: Brauche ich einen Ebook Reader?

Ich brauche echt keinen E-Reader. Oder doch?

Ein leidiges Thema unter Bücherfreunden. Die einen haben einen und sind begeistert, die anderen wehren sich mit Händen und Füßen gegen die Höllenmaschinen, die den Büchern - wenn nicht gar dem ganzen Leseerlebnis - den Charakter aussaugen.

Nun dann, ich selber gestehe: Ich hab einen. Nicht in erster Linie, weil ich glaubte unbedingt einen besitzen zu müssen, sondern weil ich ihn geschenkt bekommen habe. Und im Nachhinein muss ich zugeben, selten ein besseres Geschenk bekommen zu haben.

Am Anfang fand ich es ein bisschen seltsam, kein richtiges Buch in der Hand zu haben. Außerdem konnte man die neuen Errungenschaften gar nicht in ein Regal stellen um sich an ihrem bunten Anblick zu ergötzen - für mich ein klarer Nachteil. Auch die Notwendigkeit das Ding ständig aufladen zu müssen empfand ich anfangs als ziemlich nervtötend, aber dann fing ich an meinen Kindle anständig zu benutzen:

Für die Uni: Erstmal der offiziell gute Teil: Ich konnte problemlos alle Skripte in Pdf oder irgendeinem Word-Format auf meinen Kindle laden. Während der Vorlesung lassen sich darin sogar Markierungen und Anmerkungen machen. Außerdem gibt's kostenlos Englisch- und Deutschwörterbücher. Weniger gut für Vorlesungen: Ist es sehr langweilig, kann man mit nur einem Klick unter der Bank auf die aktuelle Lieblingsgeschichte umschalten und man macht keinen Papierknitterlärm, wenn‘s an die nächste Seite gehen soll.

Der erste Urlaub mit meinem hübschen kleinen Paperwhite. Super gutes Erlebnis. Hier ist mir erstmals die absurd lange Akku-Laufzeit des Gerätes bewusst geworden. In drei Wochen Urlaub, mit viel Gelese zwischendurch, musste ich nicht ein Mal aufladen. Mein Gepäck war kein bisschen durch Büchermassen beschwert und wo W-lan zu finden war konnte ich mir schon gleich ein neues Buch auf meinen Kindle laden. Positiv hierbei ist natürlich insbesondere der oft etwas günstigere E-Book-Preis, vor allem bei englischsprachigen Büchern

Mein Fazit: Im Ergebnis bin ich sehr froh, dass ich diese Entscheidung nie treffen musste - wahrscheinlich hätte ich die Falsche getroffen. Es ist schon etwas Anderes einen Kindle in der Hand zu halten, anstatt eines ordentlichen Buches. Aber wenn man ehrlich ist, macht es die Geschichten ja keinen Deut schlechter; im Gegenteil: Es macht sie sogar zugänglicher an Orten und in Momenten, in denen Bücher zu schwer oder sperrig wären. Wo ich früher in der Bahn auf Reclam-Heftchen setzte zücke ich heute begeistert meinen Kindle.
Das einzige echte Manko, das ich so weit sehe?! Die enorme Versuchung sich Fortsetzungen augenblicklich per 1-Klick-(ich muss es unbedingt haben)-sofort-Kauf unter den Nagel zu reißen! Ich widerstehe ihr ehrlich gesagt selten bis gar nicht. Schlussendlich ist es mit der Anschaffung eines Ebook-Readers wohl wie mit allen anderen Dingen im Leben: Man muss sehen, ob sich der Kauf für einen selber lohnt. Wobei er im vorliegenden Fall wohl lohnender für Unterwegsleser, als für reine Bettleser ist.

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