02 Jan 2015

Lycana

Die Erben der Nacht - Lycana

Autor: Ulrike Schweikert
Verlag: cbt Fantasy
Seitenzahl: 542 Seiten
Band: 2 von 6

Inhalt:
Ende des 19. Jahrhunderts stehen die letzten Vampire kurz vor dem Untergang. Ihnen bleibt nur eine Hoffnung: Ihre Nachkommen müssen sich auf das Erbe der Nacht besinnen und die Clans zu ihrer einstigen Größe und Macht zurückführen. Bei den wilden Lycana an Irlands sturmumtoster Küste sollen Alisa vom Clan der Vamalia, der schöne Dracas Franz Leopold und die anderen jungen Vampire lernen, über Fledermäuse, Wölfe und Adler zu gebieten und ihre Gestalt anzunehmen. Doch als die irischen Werwölfe aus ihren Höhlen kommen, um ihre uralte Fehde gegen die Vampire wiederaufzunehmen, geraten die Erben in einen Strudel mörderisch-magischer Ereignisse, der sie alle zu verschlingen droht…

Rezension:
Der zweite Teil führt die jungen Vampire nach Irland, ein Ort, den die Autorin nicht minder gelungen darzustellen vermag als das Rom des späten 19. Jahrhunderts. Wild, stürmisch, und mit jeder Menge schlechtem Wetter. Die jungen Vampire sollen hier lernen, sich in Nebel aufzulösen und die Gestalten von Tieren anzunehmen. Alles gar nicht so einfach, außer natürlich für den Oberklugi Alisa und die blasierten Dracas, insbesondere, wenn man im Nebelzustand jederzeit von einem der kalten irischen Winde erfasst zu werden droht! Selbstverständlich ist aber der Unterricht nicht das, was diese Geschichte ausmacht, nein, dieses Mal geht es um einen uralten Konflikt zwischen Druiden, Werwölfen und Vampire und um Ivy’s großes Geheimnis.

Ivy ist überhaupt ein guter Stichpunkt an dieser Stelle. Nicht nur, dass ausgerechnet die schrecklich garstigen Dracas ihr vielleicht größtes Geheimnis lüfte, Ivy ist auch so klarer Mittelpunkt dieses Bandes. Klar, einerseits, weil alle in Irland, ihrer Heimat sind, andererseits aber auch, weil sich in Luciano und Leopold die ersten pubertären Gefühle zu regen beginnen. Und selbstverständlich umschwärmen alle die zierliche, geheimnisvolle irische Vampirin. Mich persönlich nervt das ein bisschen, weil ich Ivy, nicht halb so cool finde wie Alisa, die derweilen Malcolm besser kennen lernt, aber was solls.

Dieser Band zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die immer noch jungen Vampire innerhalb eines gefährlichen Konflikt auf jede Menge dumme Ideen kommen und sich in große Gefahren begeben. Beim großen Finale des Buchs, einem unglaublichen Kampf zwischen Werfwölfen und Vampiren, mit der nebligen Unterstützung einer mächtigen Druidin, gibt es dann auch die ersten Toten. Also richtig toten Toten.

Alles in allem eine mystische Fortsetzung mit viel Spannung. Ein bisschen wird diese natürlich gehemmt durch die längeren Abschweifungen zu Latona, Bram Stoker und seinem Freund Oscar Wilde. Ich finde Oscar Wilde absolut fantastisch, was diese Stellen, die zweifelsohne wertvoll für den Gesamtcharakter der Geschichte sind, interessant und lesenswert macht, obgleich sie einen ein wenig von der Verfolgung der „Spur der Spannung“ abhalten.

Fazit:
Für mich eine sehr gelungene Fortsetzung, erneut mit unheimlichen vielen Details und tollen Persönlichkeiten, deren Entwicklung ich mit Aufregung stets neben der spannende Geschichte im Auge behalten habe. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt jedem empfehlen, der nicht nur flott durch eine vergnügliche Geschichte rasen möchte, sondern auch an geschichtlichem und in einem gewissen Maße wohl auch kulturellem Wissen um Irland Ende des 19. Jahrhunderts interessiert ist. Und ganz nebenbei ist da noch die fantastische Erzählung von Vampiren, Druiden und Werwölfen.

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