01 Feb 2015

Zeitsplitter - Die Jägerin

Zeitsplitter - Die Jägerin: Roman

Autor: Cristin Terrill
Verlag: Boje (Bastei Lübbe)
Seitenzahl: 336 Seiten
Band: 1 von ?

Das ist das Ende einer großen Liebe. Ich habe nie gesagt, die Vergangenheit ist wichtiger als die Zukunft. Wo soll es Enden? Schon lange verbiete ich mir, mich zu fragen, gibt es noch Hoffnung? Nicht nur für uns, für alle. Du musst wissen dass ich die Verbechen, die Du begehst, nicht ertragen werde. Und es ist einfach nicht wahr, dass Du Dich ändern wirst. Versteh doch, dass es vorbei ist. Ich will einfach nicht. Dein Tod Bedeutet mir mehr als Unsere Liebe
Unsere Liebe Bedeutet mir mehr als Dein Tod. Ich will einfach nicht, dass es vorbei ist. Versteh doch, dass Du Dich ändern wirst. Und es ist einfach nicht wahr, dass ich die Verbrechen die Du begehst, nicht ertragen werde. Du musst wissen, nicht nur für uns, für alle gibt es noch Hoffnung. Schon lange verbiete ich mir, mich zu fragen: Wo soll es enden? Die Zukunft ist wichtiger als die Vergangenheit. Ich habe nie gesagt. das ist das Ende einer großen Liebe.

Inhalt:
Marina steht am Anfang: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen, der auf dem besten Weg ist, ein bedeutender Wissenschaftler zu werden. Em hat nichts: Seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, rechnet sie beinahe täglich mit dem Tod. Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre liegen zwischen ihnen. Doch in Ems Zeit wurde eine Möglichkeit entdeckt, in die Vergangenheit zu reisen. Es gelingt Em, vier Jahre zurück zu springen. Sie will verhindern, dass Marina dieselben Erfahrungen machen muss wie sie und dass ihr Zuhause zu dem von Krieg und Terror zerstörten Ort wird, der es in der Zukunft ist. Dazu muss sie denjenigen töten, der all das ausgelöst hat. Sie muss den Jungen töten, den Marina über alles liebt! Doch Marina würde eher sterben, als ihn aufzugeben ...

Rezension:
Marina, Finn und James. Eine Dreiecksbeziehung, die es auf ein ganz neues Level von unnötig kompliziert schafft. Eine vernünftige Rezension, ohne jeden Leser vollkommen zu verwirren, ist wirklich schwierig. Also erstmal die Basics: James großer Bruder wird ermordet und James, Marina und Finn versuchen herauszufinden von wem und warum. Genau zu diesem Zeitpunkt in der Vergangenheit springen Marina, die jetzt Em heißt, und Finn mithilfe der Zeitmaschine "Cassandra" zurück um zu verhindern, was in der Zukunft passieren wird: James wird eine Zeitmaschine erfinden und ihrer aller Welt wird (wohl deswegen irgendwie) von Terror und Zerstörung überzogen.

Kommen wir zunächst zu den positiven Aspekten des Buches: Am Anfang ist die Geschichte um Finn und Em echt spannend. Em scheint etwas dreitausendmal so vernünftig und für den Leser begreifbarer zu sein, als ihr jüngeres Ich Marina. Auch schreibt die Autorin sehr flüssig und geschickt und es ist ein Vergnügen, ihre Formulierungen der Ereignisse zu lesen. Auch gelingt es ihr, als die Zeitsprünge zwischen "Heute" und der Zukunft in vier Jahren immer schneller abwechseln, einiges an Spannung aufzubauen, weiß man doch nie wie das empfindliche Konstrukt der Zeit auf die beiden Eindringlinge aus der Zukunft reagieren wird und ob sie es überhaupt schaffen werden, ihre Mission zu Ende zu bringen. Bei den Charakteren ist sehr positiv Finn hervorzuheben, sowohl sein jetzige, als auch seine zukünftige Version.

Jetzt zu den Teilen, die mir weniger gut gefallen haben: Marina. Marina ist eine furchtbare, verzogene Göre, die nichts um sich herum mitzubekommen scheint und vollkommen verblendet in ihrem Streben um James Aufmerksamkeit ist. Sie ist plump in Gedankenwelt und Handlungen und unfassbar naiv. Mit dieser nervigen Marina muss der Leser dann ewig lange Szenen zunächst bei der Auswahl ihrer Nagellackfarbe und später im Krankhaus zubringen, wo sie ihrer Vernarrtheit in James Shaw frönt. Zu Finn ist sie währenddessen eine ziemliche Zicke. Finn ist der einzige Charakter mit Tiefe und ein bisschen Background-Story, James und Marina bleiben eher konturlos. Em wird umso weiter man liest immer unerträglicher. Sie hatte viele Male die Chance das angeblich ach so große Leid, das in der Zukunft auf sie und Finn wartet (es wird tausend Mal betont) zu verhindern und immer kann sie nicht! Komplexe, Gefühle, Skrupel als Hindernisse ihres so wichtigen Plans, mit dem sie den Tod vieler Menschen verhindern wollen. Und das jedes Mal wieder. Langsam bezweifle ich, dass die Zukunft so schrecklich wird, wenn sie es partout nicht hinkriegen ihre Aufgabe zu erfüllen. Zwischen ZukunftsFinn und Em spielt sich außerdem eine seltsame Art von Liebesgeschichte ab, aber sie eher seicht und dümpelt leidenschaftslos vor sich hin. Nagut, ich denke, dass stellt die negativen Aspekte ganz gut dar. Trotz einiger guter Elemente gibt es wohl einfach zu viel, was mich persönlich an diesem Buch stört.

Ein letztes Wort zum Ende: Für mich nicht ganz schlüssig. Womöglich habe ich nicht aufmerksam genug gelesen, aber die letzte Szene spielt für mich in einem Zeitabschnitt, den es meiner Meinung nach nicht mehr geben sollte.

Fazit:
Naja, was soll ich sagen? Die Pros und Contras sprechen wohl für sich. Es gibt definitiv schlechtere Bücher und die Autorin schreibt ausgesprochen schön. Mich hat jedoch die Geschichte nicht gefangen nehmen können. Zu oft habe ich das Buch aus der Hand gelegt, dadurch womöglich auch ein bisschen den "Spannungs-Faden" verloren und habe die Geschichte nicht so verschlungen wie üblich. Für mich etwas zu schwache Charaktere, zu viel Elend und Jammerei vor dem Hintergrund einer tollen Idee vom komplexen Gefüge der Zeit.

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