28 Mar 2015

Blutspur (Orig.: Dead Witch Walking)

Blutspur: Die Rachel-Morgan-Serie 1 - Roman

Autor: Kim Harrison
Verlag: Heyne Verlag
Seitenzahl: 592 Seiten
Band: 1 von (wohl) 13

Inhalt:
Nach einer weltumspannenden Seuche hat sich das Leben auf der Erde grundlegend verändert: Die magischen Wesen sind aus dem Schatten getreten. Vampire, Kobolde und andere Untote machen die Straßen unsicher. Dies ist die Geschichte der Hexe und Kopfgeldjägerin Rachel Morgan, deren Job es ist, diese finsteren Kreaturen zur Strecke zu bringen. Eines Tages hat Rachel jedoch genug von ihrem wenig aussichtsreichen Job in der magischen Sicherheitsbehörde von Cincinnati und kündigt. Gemeinsam mit der abgeklärten Vampirin Ivy, auf deren Enthaltsamkeitsgelübde man sich nicht verlassen sollte, und Jenks, einem vorlauten Pixie, gründet sie eine eigene Agentur. Doch als Rachels ehemaliger Chef ihr ein Tötungskommando auf den Hals hetzt, sieht sie nur einen Weg, um ihre Haut zu retten: Sie muss Trent Kalamack, den gefährlichsten Gangster der Stadt, als Rauschgiftschmuggler überführen. Der aber hat seine eigenen Pläne …

Rezension:
Zunächst einmal wieder mein üblicher Apell: Ruhig auf Englisch lesen! Ansonsten geht wirklich ganz, ganz viel Wortwitz verloren. Dann zum Titel: Keine Ahnung warum deutsche Verlage auf „Blut“-Kram abfahren und so vorspiegeln es ginge irgendwie um Vampire. Und wer das Ganze noch mit dem unsinnigen Amazon-Kommentar „jede Seite voll knisternder Erotik“ verbindet kann ja nur die schrecklichsten Vorstellungen haben. Aber keine Sorge, ich konnte GAR KEINE Erotik entdecken und es ist einfach echt nur eine schöne Geschichte, von der ich jetzt ein bisschen erzählen möchte ;)

Rachel Morgan ist eine ziemlich toughe und fast schon ignorant unvorsichtige junge Hexe, die inmitten einer vollkommen andersartigen Welt wohnt. Nur noch die Hälfte der Welt ist von gewöhnlichen Menschen bevölkert, der ganze Rest besteht aus „Fabelwesen“, wie zum Beispiel den elfengleichen Pixies, lebendigen oder toten Vampire und eben auch Hexen und Kobolden. Es gehört einiges an Fantasie dazu, unsere normale Welt so überzeugend in eine alternative Variante umzugestalten und das ist der Autorin sehr überzeugend gelungen, insbesondere auch, indem sie das enorme Misstrauen der Menschen gegenüber den plötzlich an Tageslicht gekommen Spezies darstellt.

Im Kampf gegen einen wirklich skrupellosen Bösen, Trent Kalamack, bilden Ivy, Rachel und Jenks ein ungleiches, aber liebenswertes Team. Rachel ist die „Dead Witch Walking“ auf die ein Kopfgeld ausgesetzt ist und die vor nichts mehr zurückscheut um nur irgendwie am Leben zu bleiben. Jenks ist ein Pixie, eine Art Fee, aber zugleich deren größter Feind. Pixies und Feen verbindet eine innige Feindschaft obgleich sie so ähnlich sind. Jenks ist eigentlich meine Lieblingsfigur. Der Kleine hat so viele Kinder, dass sein einziger großer Wunsch eine Sterilisierung ist, damit er in Frieden in seinem Baumstumpf leben kann. Im Ernst, Jenks ist wirklich witzig und macht die Geschichte erst lesenswert. Grundsätzlich schreitet die Erzählweise ganz zügig voran und gibt dem Leser keinen Moment für Langeweile. Die Geschichte ist etwas „erwachsener“ als das, was ich sonst so lese. Und wer ein bisschen Romantik oder dergleichen erwartet: Finger weg! Reiner Krimi unter Fabelwesen.

Fazit:
Gelungen und sehr, sehr spannend. Eine etwas erwachsenere Geschichte, als man vielleicht zunächst erwarten würde, mit vielen Details und vor einer ganz neuen (einmaligen) Kulisse. Die Welt nach der Gentomate ist anders, interessanter, und es lohnt sich, diese Reihe zu beginnen. Mit einem richtigen Schurken als Gegenspieler hat der Leser es hier mit einem echten Krimi zu tun, allein die Umgebung ist fantastisch. Dem Leser bleibt allein ein großes Rätsel zwischen all den Fabelwesen zu lösen: Was ist Kalamack?! Im Ergebnis finde ich: Eine schöne Mischung.

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