01 Apr 2015

Oscuri

Die Erben der Nacht - Oscuri: Band 6

Autor: Ulrike Schweikert
Verlag: cbt Fantasy
Seitenzahl: 464 Seiten
Band: 6 von 6

Inhalt:
Nach Abschluss der Akademie hat sich der junge Vampir Luciano mit seiner großen Liebe Clarissa, einer Unreinen, nach Venedig abgesetzt, weil der strenge Clan der Nosferas keine Unreinen als Erben duldet. Doch die beiden sind nicht willkommen in dem verwunschenen Palazzo Dario am Canal Grande. Die Warnung eines Mannes mit dunkler Maske nehmen sie nicht ernst. Kurz darauf ist Clarissa spurlos verschwunden. Luciano setzt alles daran, sie wiederzufinden. Gemeinsam mit Franz Leopold und Alisa macht er sich auf die Suche quer durch die Lagunenstadt. Noch ahnen die jungen Vampire nicht, mit wem sie es zu tun haben und wogegen sie kämpfen müssen …

Rezension:
Die Oscuri! Oh Gott, oh Gott war ich aufgeregt und entsetzt zugleich, als ich plötzlich, Monate nach den anderen Bänden von der Existenz dieses sechsten Teils erfahren habe! Zuerst war ich ziemlich erstaunt: Die Akademie ist zu Ende nach Teil 5, die Vampire haben ihr Ritual begangen und sind erwachsen. Schon lange nicht mehr die einfältigen Kinder, die sie noch zu Beginn der Reihe waren, sondern vollwertige Mitglieder ihrer Gesellschaft und fertig ausgebildet.

Dieses Mal erhalten Alisa und Leo Nachricht von Luciano aus Venedig, wo geheimnisvolle Schatten seine Gefährtin Clarissa entführt haben. Die Zeit in Venedig wird einmalig gelungen geschildert, prachtvolle Bälle, wertvolle Schätze und eindrucksvolle Palazzi entlang des Canal Grande. Zwischen Gondolieri, dem einfachen Bürgertum und dem venezianischen Adel bewegen sich die Oscuri, Menschen mit geheimnisvollen Fähigkeiten, die sogar den jungen Vampiren gefährlich werden. Mir hat die Geschichte den Atem geraubt so spannend war sie! Etliche Fäden laufen am Ende zusammen und ergeben ein großes stimmiges Ganzes und das in Mitten des bezaubernden Venedigs.

Der Leser kann sich hier auf jede Menge alte Bekannte und neue Überraschungen bereit machen. Der typisch hamburgisch gelassene Hindrick ist mit dabei um ein Auge auf Tammo zu werfen, der in diesem Teil eine ganze klare Hauptrolle spielt. Tammo wird erwachsen und hilft am Ende sogar allen anderen zu des Rätsels Lösung. Die vielleicht größte Überraschung ist Leos Cousine Anna Christina, die sich in Wien offenbar zu Tode langweilt. Absurd überheblich und unendlich blasiert ist sie auf der Suche nach Abenteuern einfach Alisa und Leo nach und direkt nach Venedig gereist. Dabei offenbart sie ungeahnte Kräfte und zwischendurch, wenn auch nur ganz selten, ein minimales Bisschen Freundlichkeit.

Kaum zu erwähnen brauche ich wohl, dass auch dieser Teil wieder hervorragend recherchiert und unglaublich authentisch geschrieben ist. Die Autorin nimmt sich Zeit für all jene Details, die die Geschichte erst so anschaulich und bunt werden lassen und den Charakteren ihr gewisses Etwas verleihen. Die Oscuri, die schattenhaften Diebe von Venedig ist dabei ein hervorragender Einfall, der perfektes in die sagenumwobene Stadt passt. Ich bin vorbehaltslos begeistert!

Fazit:
Oscuri schlägt sich im Ergebnis auf meinen Top 2 Platz dieser Reihe, unmittelbar nach Band 4 bei den pompösen Dracas in Wien. Im fantastischen Venedig erleben die erwachsenen Erben ein unglaubliches Abenteuer, mysteriös ohnegleichen und ungeheuer gefährlich. Nach unendlichen Wirrungen, und ohne zu viele ablenkende „Zwischengeschichts-Fäden“ und Einschübe gelangt man zu einem unerwarteten Ende mit jeder Menge Spielraum für einen 7. Teil. Und ohne spoilern zu wollen: Demnächst wird es wohl wieder nach Irland gehen. Lesen!

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