21 Jun 2015

Scorched

Scorched (English Edition)

Autor: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Spencer Hill Press
Seitenzahl: 248 Seiten
Band: ?

Inhalt:
An den meisten Tagen weiß Andrea nicht, ob sie Tanner küssen oder lieber in die Kehle boxen sollte. Er ist super heiß, aber auch ein massiver Player und in der Regel ertragen sie einander für kaum mehr als eine Handvoll von Minuten.

Tanner weiß, dass er und Andrea eine epische Liebes-Hass-Geschichte hatten, aber mittlerweile wünscht er sich mehr Liebe als Hass. Er möchte Andrea. Jetzt. Heute. Morgen. Doch je besser er sie kennen lernt, umso klarer wird ihm, dass Andrea ein ernsthaftes Problem hat. Sie wandelt auf einem schmalen Grat und wann immer er ihr zu helfen versucht, gleitet sie ihm durch die Finger. Andreas Leben gerät vollkommen außer Kontrolle und plötzlich ist vollkommen egal, wie sehr Tanner ihr helfen, sie beschützen möchte. Als ihre Welt zerbricht und ihr Leben steil bergab geht ist sie die einzige, die sich noch retten kann.

Rezension:
Noch kurz ein paar Worte zum Inhalt vorweg. Andrea ist Studentin, schon ein paar Semester länger als nötig und ein ziemliches Partygirl. Aus reichem Hause, unsicher was sie eigentlich genau studiert und am Wochenende gerne mal betrunken. Auch Schlaftabletten hält sie für eine gewöhnliche Lösung um eigenartige Schlafstörungen in den Griff zu bekommen. Während sie das Gefühl hat, ihre Eltern, erfolgreiche Ärzte, zu enttäuschen, gibt es einen einzigen Lichtblick in ihrem Leben: Ihre Freunde. Und genau mit diesem geht es nun zu einem Wochenendtrip in eine abgelegene Hütte im Wald. Haha, keine Sorge, obwohl es nach dem typischen Horrorfilm-Einstieg klingt, wird nichts in der Richtung passieren ;) Mit dabei: Tanner, Andreas ewiger Schwarm und noch längerer Widersacher.

Das Buch erzählt von hier aus die Geschichte, wie Andrea und Tanner sich näher kommen und eigentlich glücklich sein könnten. Andrea wirkt zunächst wie so eine starke, schöne Hauptfigur, mit so viel Witz und Charakter. Wäre da nicht Andreas Kopf, der ihr die ganze Zeit dunkelste Gedanken zuflüstert und sie in die Arme des Alkohols treibt. Klar, Alkoholiker, Andrea kennt das Problem von ihrem Dad, aber nur weil man am Wochenende mal ein, zwei Bier trinkt ist man ja nicht gleich Alkoholiker?! Und klar, Tabletten sollte man in der Kombination auch nicht nehmen, aber Himmel, wenn es dann doch mal passiert, was ist schon dabei, man muss halt einfach vorsichtig sein!

Andreas Verhalten fällt natürlich am meisten denjenigen auf, die sich die größten Sorgen um sie machen. Und obwohl ihre Freunde irgendwie darüber hinweg zu sehen versuchen, wissen alle, das Andrea Hilfe braucht um wegzukommen von Alkohol, Sex und dem, was sich später als depressives Verhalten herausstellt. Tanner und Andrea wären so ein perfektes Paar, so verliebt in einander und so besessen vom Anderen, aber Andreas Sucht macht alles kaputt. Das ganze Buch endet mit einem dramatischen Finale, vorhersehbar irgendwie, und doch so schockierend. Es ist das Ende einer kontinuierlichen Abwärtsspirale und niemand konnte sie aufhalten. Oh man oh man, das Buch macht echt fertig. Abwechselnd aus Tanners und Andreas Sicht geschrieben bringt es so viele Emotionen und so viel Hilflosigkeit rüber, wie kaum ein anderes Buch, das ich kenne. Und obwohl ich keine Ahnung habe, wie es wirklich ist im Dunstkreis eines Abhängigen zu leben, kann ich mir gut vorstellen, dass das Buch viele Aspekte sehr treffend darstellt. Insbesondere, wenn man als Freund einfach nicht sehen kann, was das Problem ist oder nicht die Macht hat, den anderen dazu zu nötigen sich endlich helfen zu lassen.

Fazit:
Eine ziemlich schockierende Geschichte und das, obwohl es gleichzeitig doch eine Liebesgeschichte sein soll?! Ich fand die Darstellung von Problemen wie Depressionen und Alkoholismus bei einer so jungen Hauptfigur unheimlich überzeugend, die Verdrängung, der zunehmende Kontrollverlust und auch das Leugnen der eigenen Symptome. Andrea sieht so klar mit an, wie es bei ihr bergabgeht und ist gleichzeitig so gut darin, überall sonst hin zu sehen. Und selbst die „große Liebe“ ist überhaupt kein Garant mehr für ein Happy-End…

Für mich ein gewagter und gleichzeitig gelungener Ansatz, auch schwierige Themen in eine irgendwie schöne Geschichte zu verpacken.

Keine Sorge Du kannst auch ohne Anmeldung kommentieren. Einfach dazu die Funktion "als Gast posten" auswählen.