26 Sep 2015

Die Nacht der tausend Farben

Die Nacht der Tausend Farben: Tödliche Elemente

Autor: Claudia Rehm
Verlag: - (Kindle E-Book, Amazon)
Seitenzahl: 400 Seiten
Band: 1 von ?

Inhalt:
Emma ist eine Formwandlerin und darf sich so wie alle weißen Magier in ihrem sechzehnten Lebensjahr zum ersten Mal in ihre tierische Gestalt transformieren. Doch die feierliche Wandlungszeremonie bringt Emma plötzlich in Lebensgefahr. Anstatt sich wie ihre Mitschüler in ein Tier zu transformieren, verwandelt Emma sich in das Element des Feuers und erhält damit eine seltene Gabe, die eine Gefahr für andere Magier ist. Ihre Freunde, Mitschüler und Lehrer wollen Emma lieber tot sehen, als diese gefürchtete Fähigkeit in ihr reifen zu lassen.
Als Harris, ein junger, schwarzer Magier rettend die Hand nach Emma ausstreckt, sieht es so aus, als wäre ihre einzige Chance zu überleben die, sich von der weißen Magie abzuwenden und Zuflucht auf der schwarzen Seite der magischen Künste zu suchen. Sie findet nicht nur an ihrem Zufluchtsort auf der schwarzen Seite der magischen Künste, sondern auch an Harris, schnell Gefallen. Schon bald jedoch trifft Emma im Reich der schwarzen Magie auf den einzelgängerischen Caven und findet heraus, dass nicht alles an Harris so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Als Caven kurz darauf spurlos verschwindet, muss Emma sich entscheiden, auf welcher Seite der Magie sie nun tatsächlich stehen will.

Rezension:
Fangen wir mal ganz vorne an. Das Cover des Buches fand ich von Anfang an sehr ansprechend. Nicht nur, dass die Farben wundervoll mit einander harmonieren, sondern das Cover gibt eigentlich auch einen ganz wesentlichen Faktor der Geschichte selbst preis: Die alles entscheidende Nacht, in der sich die 16-jährige Emma in das Element des Feuers verwandelt. Die Idee der Geschichte gefällt mir dabei ebenfalls unheimlich gut. Emmas Welt ist irgendwie fern von Zeit und Raum, nicht klar einzuordnen und doch sehr stimmig. Aber wenn man mich fragen würde, in welcher Zeit sie spielt oder an welches normale Zeitalter der Erdgeschichte sie angelehnt ist, so könnte ich die Frage nicht richtig beantworten.

Die Geschichte selbst ist vielseitig und ideenreich, aber ich muss gestehen, am Anfang des Buches hatte ich auch einige Probleme. Ich lese ja vorwiegend Bücher in denen ein Ich-Erzähler das Sagen hat. Ich finde aus dieser Perspektive ist es viel einfacher den Leser zu fesseln und der Autor muss auch nicht lange überlegen, ob er jetzt von allen herumstehenden Menschen ein paar Gedanken und Gefühle einfach plump aufschreibt oder mühselig in Verhaltensweisen darstellt. Und genau hier lag am Anfang mein Problem mit diesem Buch: Es hatte es nicht leicht mich zu fesseln und das trotz der eigentlich spannenden Geschichte! Es wurde viel mehr einfach „gesagt“, also hingeschrieben, als dass der Leser selbst drauf kommen könnte, weil es dargestellt wurde. ZB dass eine Figur beeindruckend oder elegant war. Da ist es mir immer lieber, wenn die Figur irgendetwas tut und man selber denkt: wow, sehr elegant! ABER das Kuriose ist, nach etwa dem ersten Drittel des Buches ändert sich der Schreibstil, das Tempo der Geschichte wird rasanter und zack, war ich gefangen!

Den Charakteren mss man auch einen kleinen Moment Zeit geben, aber schon bald hat man sie ins Herz geschlossen. Emma war mir zunächst ein bisschen zu abenteuerlustig bis hin zu naiv, aber sie wandelt sich im Verlauf der Geschichte merklich. Die beiden männlichen Hauptcharaktere Harris und Caven sind echt gut gelungen und haben sich quer durchs Buch hinweg absolut anders verhalten, als ich erwartet hatte. Sowas finde ich ja immer total erfrischend. Zuguterletzt vielleicht noch ein, zwei Worte zum Ende. Das Buch endet in einem unheimlich spannende Finale und erneut mit einem unerwarteten kleinen Twist. Es ist kein richtiges „Ende-Ende” sondern lässt Raum für mehr, nachdem Emma sich einem opferreichen Kampf gestellt hat.

Fazit:
Gemischt. Und wirklich schwierig, es in wenigen Worten zusammenzufassen. Die Geschichte war fantastisch, spannend und vielseitig, doch zu Beginn hatte ich ein paar kleine Probleme, mich von dem Schreibstil fesseln zu lassen. Sobald man aber in die Geschichte hinein kommt, spätestens nach dem ersten Drittel, schafft sie es nicht nur zu fesseln, sondern auch zu überraschen! Wer nicht übergroßer Ich-Erzähler-Fan ist sollte es mit Emmas Geschichte durchaus mal versuchen. In einer Welt zwischen formwandelnden Magiern und machtgierigen Unterwelt-Zauberern finden sich nicht nur liebenswerte Figuren, sondern auch der ein oder andere witzige Moment, den zu erleben die Leserei wirklich wert ist!

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