13 Oct 2015

Thalam - Die Hüter der Erde

Thalam: Die Hüter der Erde

Autor: Gabriele Ennemann
Verlag: Riverfield
Seitenzahl: 336 Seiten
Band: 1 von ?

Inhalt:
Nie im Leben hätte der 15-jährige Gidion gedacht, dass er einmal ein richtiger Held sein würde. Doch als er bei einem seiner heimlichen nächtlichen Ausflüge beobachtet, wie feindliche Jäger an der Küste Thalams landen, überstürzen sich die Ereignisse. Gidion erfährt, dass er zu den Avantgarde gehört: vier Auserwählte, die sich den dunklen Mächten stellen. Auf ihrer abenteuerlichen Reise in die unbekannte Unten-Welt treffen sie geheimnisvolle Wesen, die ihnen nicht immer wohlgesonnen sind. Schließlich kommt es zum entscheidenden Kampf ... Dieser Roman für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren schlägt eine Brücke zwischen zwei Welten, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten.

Rezension:
Mein erster Eindruck des Buches war gemischt, muss ich ehrlicherweise gestehen. Ich mag den Typen auf dem Cover einfach nicht gerne ansehen, obwohl mir Farben, Rückseite und die kleineren Details darauf wirklich gut gefallen! Aber genug der Äußerlichkeiten. Die Geschichte selber begann eher langsam, mit vielen, vielen Informationen, die dem Leser erst einmal präsentiert wurden. Deswegen war es für mich am Anfang schwierig, mich von dem Buch fesseln zu lassen, aber sobald Gidions Reise erst einmal beginnt hat sich dieses Problem wie von selbst aufgelöst. Plötzlich war es ein schön erzähltes Abenteuer in einer Welt unterhalb unserer Erdoberfläche, das ohne große Umschweife zu einem Ende gelangte, das gar nicht so spektakulär war. Aber das musste es auch nicht sein, denn diese Reise war ein ganz klassischer Fall von: Der Weg ist das Ziel!

Gut gefallen haben mir die Personen, insbesondere Leona und Gidion, zwei der Hauptfiguren. Sie werden ihrem kindlichen Alter vom Verhalten her absolut gerecht und Leona ist wirklich witzig und vorlaut. Gidion fand ich am Anfang etwas einfältig, mit seinen lahmen Gedanken und all den Fragen an seinen Vater Mundus, aber er hat sich im Laufe der Geschichte weiterentwickelt und die vielen Fragen dienten wohl auch eher der Weltvorstellung für den Leser. Auch die Geschichte rund um Gidions Familie, der ja eigentlich Waise ist, war hinreißend und absolut nachvollziehbar dargstellt, aber davon möchte ich an dieser Stelle noch gar nicht zu viel verraten ;) Zuletzt haben mir die liebevollen „Kleindarsteller“ Thalams gefallen. Einmal ist da die asthmatische Raupe Eugen und andererseits Frosch Anton, der ein herrliches Beispiel dafür ist, dass diverse Frösche überhaupt gar nicht geküsst werden wollen und die Menschen sich ihren blöden Verwandlungskram sonst wohin stecken können.

Andererseits gibt es auch ein paar Kritikpunkte: Einmal wäre da Jechube, der Böse. Obwohl er richtig schön böse ist, ist er gleichzeitig auch sehr kindgerecht für diejenigen, die dieses Buch schon im Alter von 10 zur Hand nehmen. An sich kein echter Kritikpunkt, aber manchmal ist er mir fast ein bisschen zu sehr vom Bösesein abgewichen und war zu mitfühlend mit seiner Begleiterin, der Schlangenfrau Rahja. Erstaunt war ich zu Beginn zudem, dass wirklich lange Auszeiten von Gidions Erzählungen genommen werden um Jechube zu begleiten. Plötzlich wechselt man vom Ich-Erzähler Gidion hin zu einer vollkommen anderen Perspektive, wobei ich nach einer Weile Jechube und Rahjas Geschichte beinahe fesselnder fand als Gidions. An der Erzählweise hat mich nicht vieles gestört, vielleicht, dass sie manchmal etwas zu „darstellend“ war. Nur eine Sache ist mir wirklich aufgefallen, nämlich die Verwendung von Wörtern wie „Spezialeinheit“ und „Couch“ in einer eher mittelalterlich anmutenden Welt. Das fand ich etwas unpassend.

Fazit:
Eine spannende Geschichte, sobald man ihr die Zeit gegeben hat ins Rollen zu kommen und interessant zu werden! Detailreiche Beschreibungen machen es der Fantasie leicht, sich die Welt des jungen Gidion auszumalen, in denen viele fantastische Wesen heimisch sind. Es ist, anders als es durch das Cover vielleicht scheinen mag, ein Buch, das insbesondere für eine junge Leserschaft schon gut geeignet ist. Umso größer das Identifikationspotenzial mit der 15-jährigen Hauptfigur ist, desto besser liest es sich sicherlich! Für mich: Ein gutes Buch, aber nicht 100% mein Geschmack.[/symple_column]
Übrigens hat Gidions Geschichte auch ihre eigeneInternet-Seite, zu der es hier entlang geht ;)

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