14 Dec 2015

Dark Canopy

Dark Canopy

Autor: Jennifer Benkau
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 528 Seiten
Band: 1 von 2

Inhalt:
Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr …

Rezension:
Zu dem Buch habe ich wegen seines ansprechenden Covers gegriffen. Außerdem der Titel: Dark Canopy. Schön dystopisch-düster! Und von Anfang an war ich auch gespannt auf die Umsetzung der Idee des Buches. Modifizierte Soldaten aus dem dritten Weltkrieg, die die Weltherrschaft übernommen haben und nun die Menschen unterjochen um nicht mehr selbst unterjocht zu werden. Ob sie wohl mitkriegen was sie da tun? Vom Unterdrückten zum Unterdrücker? Ein echt spannender Hintergrund, vor dem es der Autorin auch mühelos gelungen ist eine ebenso dramatische, wie aussichtslose und schmerzhafte Geschichte samt Romanze zu erschaffen.

Erzählt wird meistens aus der Sicht von Hauptfigur Joy, die eine recht eigenwillige Protagonistin ist. Von sich selbst in ihrer Rolle als Rebellin und Kriegerin überzeugt halst sie sich viele Schuldgefühle auf, als Teile ihrer Freunde und sie selbst in Gefangenschaft der Percents geraten. Das war übrigens der einzige Teil, der mich an ihr stört: Sie macht viel dumme Scheiße, einfach nur wegen Schuldgefühlen. Ich hasse das ja. Oh ich kann dies nicht und das nicht, nicht fliehen nicht glücklich sein, was auch immer, weil ich bin allen anderen etwas schuldig. Später taut Joy auf, ist weniger hölzerne Kämpferin und mehr ein emotionales Mädchen, was mir persönlich besser gefallen hat. Zwischen Joy und ihrem besten Freund Matthial, der von außerhalb der Percent-Stadt auf ihre Befreiung hinarbeitet, spielen sich die vielleicht dramatischsten Ereignisse ab.

Fantastisch ist, dass manchmal eben auch aus Matthials Sicht geschrieben wird und der Leser so beizeiten schon die Katastrophe nahen sieht. Dabei ist die Spannung zwischen durch unerträglich. Und als dann, ganz am Ende überall der Tod zu lauern und es gar keinen Ausweg mehr zu geben scheint, da passiert dann etwas ganz und gar Unfassbares. Was man am Anfang des Buches niemals erwartet hätte, insbesondere nicht von Joy, verpasst einem am Ende die ultimative Gänsehaut. Ohnehin könnte ich wegen des Endes gut und gerne ne Runde heulen. Das ist echt nichts für schwache Nerven, wie übrigens das gesamte Buch auch nicht. Ich bin ein bisschen hoffnungslos was Teil 2 anbelangt, aber ich muss ihn einfach lesen, um aus diesem Schock-Zustand heraus zu kommen! So, und jetzt um es für alle anderen vielleicht noch einmal zu verdeutlichen: Irres Buch, das absolut lesenswert ist, wenn es auch nicht ganz arm an Gewalt, realistischem Menschsein und Sex ist.

Fazit:
Oh mann oh mann. Was für ein heftiges Buch! Sehr düster und so viel Verzweiflung, Hoffnung, Unterdrückung und Mut. Ich bin ein bisschen geschockt wegen des Endes, aber ich will nicht zu viel verraten, nur, dass es sehr, sehr unerwartet war. Das Buch deckt alle Extreme ab, die sich ein Leser nur wünschen kann, und wenn man erst den Einstieg gefunden hat, dann lässt es einen nicht mehr los. Ich würde es wohl nicht unbedingt ganz jungen Lesern empfehlen, aber allen anderen unbedingt! Ich bin gespannt, was Teil 2 noch beschicken kann, nach diesem unglaublichen Ende..

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