25 Dec 2015

Und dann war Licht

Und dann war Licht: 35 Menschen, die alle klinisch tot waren, erzählen, was sie "auf der anderen Seite" gesehen und erlebt haben. Einige waren im Paradies, andere in der Hölle.

Autor: Gabriel Toscani
Verlag: Amazon SelfPublishing
Seitenzahl: 222 Seiten
Band: 1 von 1

Inhalt:
Wir „normalen“ Menschen können uns nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, zu sterben und sich von einem Moment auf den anderen im Himmel oder in der Hölle wiederzufinden. Wir können uns kein Bild von solchen Orten machen, es übersteigt einfach unser Vorstellungsvermögen bei Weitem.
Genauso erging es auch den 35 Erzählenden in diesem Buch und Millionen anderer Menschen, die hier nicht zu Wort kommen. Wenn die Stunde des Todes, der Moment der Wahrheit naht, fragen wir uns, ob Atheist oder gläubig, wohl ausnahmslos: „Was ist, wenn doch nicht alles vorbei ist, wenn es doch einen Himmel und eine Hölle gibt? Wohin komme ich, was passiert mit mir?“
Wem es gestattet war, einen Blick auf „die andere Seite“ zu werfen, ist danach nicht mehr derselbe Mensch. Denn er weiß dann, was wir alle nicht wissen können und viele vielleicht auch gar nicht wissen wollen. Und am Ende ist er so unendlich dankbar für dieses Wissen, für diese Transformation, für sein neues Leben.

Rezension:
Nun, was soll und was kann ich sagen? Vielleicht erstmal ein paar grundsätzliche Dinge. Das Buch erzählt sehr schön, flüssig und teils sogar spannend die Geschichten mehrerer Menschen, die Nahtod-Erfahrungen gemacht haben. Eine ansprechende Einleitung sowie einige sehr interessante Nachbetrachtungen geben den einzelnen Geschichten einen schönen Rahmen. Die Geschichte sind dabei alle vollkommen unterschiedlich, jedenfalls zu Beginn, wenn die Personen sterben. Dabei sterben sie alle aus unterschiedlichen Gründen, manche ohne Grund, aber dann beginnt erst der wesentliche Teil: Die Erfahrungen, die sie machen, während sie „tot“ sind.

Und zack, plötzlich sind sie alle keine Atheisten mehr. Das ist, was ich grob aus den einzelnen Geschichten abstrahieren würde. Die Menschen beschreiben sehr ähnliche Erlebnisse, die durchaus spannend sind, aber alle auf einer herauslaufen, wie auch die Nachbetrachtungen des Autors sehr treffend zusammen fassen: Die Menschen sehen ein Licht, vereinzelt himmlische Gestalten und empfinden eine tiefe, unbeschreibliche Ruhe, Harmonie oder auch Glück. Während dem Buch die Darstellung echt gut und kurzweilig gelingt, muss ich gestehen skeptisch zu bleiben.

Im Wesentlichen habe ich mit den Geschichten folgendes Problem, über das nachzudenken dieses Buch trefflich anregt. Zum Beispiel sehen alle Menschen ein Licht. Wer sagt denn, dass die Menschen in ihrer Nahtod-Erfahrung nicht bloß das sehen, was sie zu sehen erwarten? Die Ähnlichkeiten können meiner Ansicht nach durchaus aus den eigenen Erwartungen stammen, weil jeder schon einmal von diesen Szenarien gehört hat. Dass die Menschen sich danach ändern ist insofern kein Wunder, subjektiv haben sie dieses „erleuchtende“ Erlebnis, diesen Einblick in eine andere Welt ja tatsächlich erlebt. Ich bin womöglich einfach nur der geborene Skeptiker, halte ich den Menschen doch bloß für eine Masse bio-chemischer Prozesse, dessen Psyche ihm alles erklärt, so dass er nur ruhig schlafen kann. Aber wie ihr seht: Ein gutes Buch, über das sich sicher prima streiten lässt!

Fazit:
Zweifelsohne ein absolut faszinierendes Thema. Was passiert nach dem Tod? Aber ich bin leider sehr, sehr skeptisch. Das Buch ermöglicht Einblicke in Geschehnisse, die Menschen widerfahren sind, die eben nicht endgültig gestorben sind. Und wer weiß, ob nah dran sein, oder kurz tot sein wirklich dieselbe Erfahrung ist oder jedenfalls der gleiche Beginn einer Geschehniskette erleben lässt, wie der endgültige Tod. Jedenfalls handelt es sich um ein sehr, sehr interessantes Buch, mit einer gelungenen Einleitung und erstaunlich klar strukturierten und wohldurchdachten Nachbetrachtungen. Für Interessierte und alle, die zum Nachdenken angeregt werden wollen definitiv lesenswert!

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