23 Jan 2016

Zwei Seiten einer Mauer

Zwei Seiten einer Mauer

Autor: Alexander Stapper
Verlag: Books on Demand
Seitenzahl: 348 Seiten
Band: 1 von 1

Inhalt:
'Unter Theos Füßen, die von der Mauer herabbaumeln, haben sich einige von ihnen angesammelt. Sehen kann er sie nicht. Einzig das leise Kratzen am Stein und das Röcheln sagen ihm, dass sie da sind. Bestimmt greifen ihre Hände nach seinen Füßen. Ob sie wohl irgendwann begreifen, dass ihre Bemühungen völlig sinnlos sind? Sie können es noch so oft versuchen, die letzten Meter fehlen am Ende doch. Die obere Kante bleibt für sie unerreichbar.' Nach einer weltweiten Epidemie wächst Theo hinter einer hohen Mauer auf, die ihn vor den Infizierten beschützt. Die Katastrophe liegt weit zurück, Ordnung und Struktur sind wieder eingekehrt. Doch eines Abends macht er eine Entdeckung, durch die sein gesamtes Weltbild ins Wanken gerät.

Rezension:
Zwei Seiten einer Mauer ist eine Dystopie in deren Hauptrolle drei Fünfzehnjährige einige unglaublichen Entdeckungen machen. Dabei ist das Ganze glatt ein bisschen krimihaft und sehr spannend. So weit so gut, mit ähnlichen Ideen hatten schon viele andere Leute unheimlich Erfolg, aber was diese drei, namentlich Theo, Pitz und Hanna so ermitteln ist vollkommen anders, als das, was man üblicherweise in Büchern erwarten würde, in deren Mittelpunkt drei Kinder stehen. Durchgehend ein bisschen unheimlich, bedrohlich und stets mit der Aussicht auf eine Erklärung dessen, was der Welt zugestoßen ist konnte mich die Geschichte von Anfang an in ihren Bann ziehen.

Das Setting der Geschichte ist dabei unheimlich gut gelungen: In einer ummauerten Stadt lebt Theo mit seinen Eltern. Wie alle müssen sie hart arbeiten um in einer Welt, in der vor den Mauern Infizierte lauern (quasi Zombies) zu überleben. Doch dann beginnen Theo und seine Freunde merkwürdige Dinge zu beobachten, stellen Fragen, an die die anderen Menschen nicht mal denken und so kommt eines zum anderen. Dabei sind Theo, Pitz und Hanna echt coole Hauptfiguren, aufgeweckte Kinder, denen man wirklich nichts Böses wünscht, umso nervöser fiebert man mit ihnen mit, als sie langsam aber sicher in Gefahr geraten. In niemals monoton werdenden Wörtern begleitet der Autor den Großteil des Buches die Kinder bei ihren Entdeckungen, ehe sich zum Ende hin noch einige neue Figuren in den Fokus der Geschichte drängen.

Wie immer möchte auch ein paar Worte zum Ende selbst verlieren, ohne viel zu spoilern: Es war unfassbar. Also ohne Witz, echt unglaublich, vollkommen anders, als alles was ich erwartet hätte und ich war komplett schockiert. Und damit ist das Buch irgendwie seinem ganz eigenen, furchtbar dystopischen Charakter treu geblieben, was mich umso mehr von der Geschichte überzeugt hat! Denn, als ungefähr nach zwei Dritteln des Buches nicht mehr nur aus Theos Sicht erzählt wird, "erblüht" die ganze dystopische Welt der Kinder plötzlich zu einem großen, hervorragend zusammenpassenden Ganzen, alles bekommt einen Sinn und mal wieder weckt es in mir die Hoffnung, dass die Welt nicht wirklich mal so massiv zugrunde geht. Denn am Ende sind die wirklich Bösen nie die "Zombies/Infizierten" sondern die schrecklich "normalen" Mitmenschen.

Fazit:
Wow, echt nicht schlecht! Und so viel dramatischer und anders, als ich am Anfang gedacht hätte. Das hier ist mal keine lahm romantisierte Dystopie sondern ein richtig spannendes Abenteuer in einer runtergekommenen Welt, in der am Ende alles anders läuft, als man zunächst vermuten würde. Wer Lust auf Überraschungen, Spannung und viiieeel düstere Endzeitstimmung hat, sollte sich dieses Buch auf jeden Fall mal vornehmen. Über den Amazon-Link könnt ihr übrigens direkt mal rein lesen ;)

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