01 Jul 2016

Der verletzte Himmel

Der verletzte Himmel (Der Weg des Heilers)

Autor: Isa Day
Verlag: Pongü Verlag
Seitenzahl: 206 Seiten
Band: 1 von ?

Inhalt:
Das Volk der Arrya lebte noch nicht lange in den ebenso wilden wie prachtvollen Wäldern Erriadas, als eines Nachts die anderen Bewohner des Landes – die Geister – alle erwachsenen Menschen verschleppten. Zurück liessen sie deren Kinder, auf sich selbst gestellt und dem Tod geweiht.
7 Jahre später flammt der Konflikt, der ihnen die Eltern nahm, wieder auf und finstere Einflüsse stürzen ihre Heimat ins Chaos. Sinjhar, der legitime Königssohn der Arrya, hat die Macht an sich gerissen und ruft zum Krieg gegen die Geister auf. Nur Joshi stellt sich ihm entgegen. Durch seine Magie ist er auf einzigartige Weise mit dem Land verbunden. Getrieben vom Gefühl, dass an den Überlieferungen etwas nicht stimmen kann, sucht er nach den wahren Hintergründen des tödlichen Konflikts und der Quelle des Bösen. Dafür muss Joshi, letzter Hüter des Wissens der Erwachsenen, seinen eigenen Weg gehen – gegen alle Loyalität und Traditionen. Doch wie sehr darf er seiner Intuition vertrauen? Schliesslich fliesst in seinen Adern nicht nur das Blut der Menschen, sondern auch das ihrer Feinde.

Rezension:
Der verletzte Himmel ist eine gut geschriebene Geschichte, voller außergewöhnlicher Aspekte und sehr viel Liebe zu einzelnen, fantastischen Details: Eine fremde Welt, eine fremdartig strukturierte Gesellschaft, bestehend aus Kindern, bösen Geistern und geheimnisvoller Magie. Unter ihnen die Brüder Marcin und Joshi, die man als Leser dabei begleitet, wie sie sich (teils wenig überzeugend) gegen alle Widerstände für das Überleben ihres Volkes einsetzen. Am allerbesten fand ich die Wesen namens „Irrfitze“. Wenn ihr die Geschichte lest werdet ihr sicher sehen warum, mich konnten sie jedenfalls sehr oft zum Schmunzeln bringen, mit dem witzig erzählten Unfug, den sie so treiben.

Leider konnte mich die Handlung nur teils überzeugen und zu Beginn des Buches war ich erstmal irritiert: Einerseits geht es um Kinder, überall heißt es immer „die Kindergruppe“ oder ähnliches, und dann passiert da aber plötzlich Sex und sogar eine Vergewaltigung?! Das passte für mich gar nicht zusammen. Auch wurde selten, abgesehen von einer ziemlich düsteren, bedrohlichen Gesamtstimmung echte Spannung aufgebaut. Vielmehr ließen sich alle immer anstandslos gefangen nehmen, zusammenschlagen, dann waren alle wieder unterwegs um (kurz irgendwie) ihren Krieg gegen die Geister fortzuführen und dann wieder (mehr oder minder) abzubrechen.

Insgesamt hat mir der Rahmen, also die Welt in der all die Geschehnisse stattgefunden haben dennoch gut gefallen, aber ich denke man hätte noch mehr rausholen können. Ein klarer aufgebauter Spannungsbogen und vielleicht etwas weniger fremdartige Namen mit all den unterschiedlichen Bedeutung hätten es mir als Leser einfacher gemacht, das Geschehen zu verfolgen und ein paar mehr persönliche Details hätten das Identifikationspotenzial und damit natürlich auch die Chance mitzufiebern noch erhöhen können. Denn trotz einiger Stunden des Lesens sind mir die Hauptfiguren irgendwie immer noch fremder, als es mir eigentlich lieb ist.

Fazit:
Nun, ich muss zugeben mein Fazit ist durchmischt. Denn obwohl einzelne Ideen schön waren, und mich insbesondere die Irrfitze oft zum Schmunzeln gebracht haben, konnte mich das Gesamtgeschehen nicht so recht fesseln, was wahrscheinlich daran lag, dass mich diese merkwürdige Kindergesellschaft nicht überzeugen konnte. Daher im Ergebnis ein Buch, dessen Kulisse durchaus gelungen ist, in dem es mir aber im Einzelnen etwas an Spannung und Stringenz fehlte.

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