29 Sep 2016

Aschenkindel - Das wahre Märchen

Aschenkindel - Das wahre Märchen

Autor: Halo Summer
Verlag: Selfpublished
Seitenzahl: 276 Seiten
Band: 1 von 1

Inhalt:
„Du bist schon ein komisches Mädchen“, sagt meine gute Fee. „Jedes andere Mädchen in deiner Situation wäre überglücklich, auf so einen Ball gehen zu dürfen. Noch dazu auf einen, bei dem es sich in einen Prinzen verlieben und damit seinem Elend entkommen könnte!“ Tja, wo sie recht hat, hat sie hat recht. Ich bin ein komisches Mädchen. Und ich habe fest vor, eins zu bleiben!
Claerie Farnflee wurde vom Schicksal nicht gerade verwöhnt. Erst starb ihr Vater, dann folgte der gesellschaftliche Absturz und seither wird ihr das mühselige Leben in Armut von einer bösen Stiefmutter und zwei garstigen Schwestern versüßt. Ist Claerie deswegen unglücklich? Nein – jedenfalls nicht unglücklich genug, um sich jedem dahergelaufenen Prinzen an den Hals zu werfen. So denkt sie, doch an einem düsteren Gewittertag begegnet sie im Verbotenen Wald einem Fremden und das, was sie für unmöglich gehalten hat, passiert: Ihr Schicksal nimmt eine geradezu verstörende Wendung – selbst Prinzen und Bälle spielen darin keine unbedeutende Rolle mehr ...

Rezension:
Vorweg erst einmal was zum Gesamteindruck: Ein wirklich außergewöhnliches Buch! Sowohl in Erzählweise als auch (im Ergebnis) Geschichtsverlauf anders, als viele anderen Märchenadaptionen, die ich gelesen habe (und ich habe verdammt viele gelesen) und dabei gleichzeitig unglaublich komisch. Auf den ersten Seiten hatte ich ein paar Probleme, mit dem leicht flapsigen Ton unserer gar nicht prinzessin-liken Hauptfigur, ihrer heulenden, überforderten Fee und der Tatsache, dass es sich hier nicht um ein Königreich in einer unbestimmten Welt handelt (wie sonst so oft in Märchen), sondern um ein Königreich mit ernsthaften Problemen, weil das benachbarte Kaiserreich einfach tausendmal so groß und mächtig ist.

Insgesamt konnte die Geschichte mit vielen außergewöhnlichen Details aufwarten, das vielleicht Schönste aber war, dass am Ende alles vollkommen anders kam als erwartet - und irgendwie doch nicht. Haha, es ist schwierig zu beschreiben, wenn man nichts verraten möchte. Daher vielleicht lieber was zu unseren drei Hauptfiguren: Da gibt es das Aschenkindel, mit bürgerlichen Namen Claerie Farnflee (ach was für ein zauberhafter Märchenname :D), den Prinzen und dann gibt es da noch den Dritten, Ysper. Das Buch lebt insbesondere von Claerie und Yspers Art, ihren Geheimnissen und ihren wortgewandten Schlagabtauschen.

Empfehlenswert ist das Buch sicher auch für jüngere Leser, insbesondere wegen der doch recht einfach gehaltenen Sprache (das war ja auch mein einziger Kritikpunkt, die manchmal"flapsig" anmutende, einfache Sprache). Aber auch ältere sollten nicht vor dieser Aschenkindel-Version zurück schrecken, denn ich lag damit lachend im Bett und habe mich nur fragen können, wie man auf sie schöne und trocken-lustige Ideen kommen kann. Außerdem kann das Buch mit vielen Fantastereien punkten, insbesondere mit zottelmähningen Flugwürmern, Zauberern und tüddeligen Feen.

Fazit:
Super witzige und endlich wirklich mal ein bisschen andersartige Märchenadaption. Ich lese solche Bücher ja massenhaft, aber so komisch wie dieses hier, war noch keines. Eine toughe Hauptfigur, ein von einem Kaiserreich in die Enge getriebenes Königreich und ein Ende, an dem alles anders kommt, als man vielleicht meinen würde. Ich hatte viel Spaß beim Lesen udn könnte mir vorstellen, dass es anderen Märchenliebhabern da ganz ähnlich geht ;)

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