12 Apr 2017

Die Bluthunde von Paris

Die Bluthunde von Paris

Autor: Christina Geiselhart
Verlag: Selfpublished
Seitenzahl: 524 Seiten
Band: 1 von 1

Inhalt:
Philippine Sanson, die Nichte des Henkers von Paris, ist wunderschön, klug und ungewöhnlich, aber ihr verkrüppelter Fuß und die Ereignisse in ihrer Kindheit, scheinen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft im Keime zu ersticken. Um ihrem Elternhaus zu entfliehen - ihre Mutter ist Hure, der Vater königlicher Verhörvollstrecker - reitet sie oft stundenlang durch die Wälder von Saint-Ouen. Dort entdeckt sie eines Tages ein verfallenes Landhaus, in dem sich ein junger Mann von aristokratischem Aussehen vor den Schergen des Königs versteckt. Sie versorgt ihn regelmäßig mit Lebensmitteln, erfährt sein Schicksal und verliebt sich in ihn.
Während sie ihn heimlich trifft, betreibt Mutter Lea ihr Hurengeschäft und zieht auch Philippines Schwester Frieda mit hinein. Anfangs werden die Freier im Haus des Folterers empfangen, doch als dieser eines Tages früher von seinen grausamen Geschäften zurückkommt und die Umtriebe aufdeckt, jagt er beide Frauen in rasendem Zorn davon. Lea lässt sich von der Wut ihres Ehemannes nicht aus der Fassung bringen. Sie heuert willige Mädchen an und findet schließlich Mittel und Wege, in der Stadt ein Bordell zu errichten.
Indessen hofft Philippine auf eine gemeinsame Zukunft mit dem jungen Mann. Maxence hingegen hat wichtigere Pläne. Er wartet auf die Revolution. Auf das Ende des Absolutismus. Als der Sturm auf die Bastille das Land erschüttert, kehrt er nach Paris zurück.
Philippine sieht ihren Traum vom gemeinsamen Glück zerrinnen. Doch da eröffnet sich ihr eine Chance. Ihr Vater, der von Frau und ältester Tochter betrogene Folterer, schickt sie zu seinem Bruder Charles-Henri Sanson nach Paris. Im Strudel einer umwälzenden Epoche dient Philippine fortan dem Henker von Paris als Schreibkraft und folgt gleichzeitig unerschütterlich der Spur ihres Geliebten. Als die beiden sich endlich finden, ist ihr Glück in Gefahr. Auf Maxence wartet die Guillotine.

Rezension:
Das Buch, das mir als Rezensionsexemplar von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde (vielen Dank dafür), handelt von der Geschichte eines Mädchens und ihrer Familie zu Zeiten der französischen Revolution. Da ich lange keinen historischen Roman mehr gelesen habe, war ich umso gespannter auf diese Geschichte, die mit der französischen Revolution eines meiner liebsten historischen Romanthemen behandelt. Dabei erleichtert es einem die überzeugende Darstellung schnell in das Geschehen abzutauchen, auch wenn das Geschehen selbst, nicht unbedingt angenehm ist..

Damit komme ich zu einem Punkt, der sowohl Lob verdient, als auch ein wenig persönliche Kritik von mir erntet: Das Buch stellt die damalige Zeit ausgesprochen schonungslos dar. Die einfachen Leute sind roh, verdorben sogar, betrachtet man die Mutter der Hauptfigur Philippine, die herumhurt und mit ihrer eigenen Tochter ein Hurenhaus öffnet. Das Buch ist definitiv nichts für Zartbeseelte und diejenigen, die lieber keine Details des Prostituiertendaseins erfahren möchten. Ich persönlich muss gestehen, auch eher ein Freund romantisierter Darstellungen der damaligen Zeit zu sein, daher wären mir ein paar Abenteuer weniger rund um das weltälstste Gewerbe ebenfalls recht gewesen.

Andererseits ist es der Autorin derart gelungen, ein ausgesprochn authentisches Bild zu zeichen, auch von den Wirren, die die Revolution auslöste und allen einhergehenden menschlichen Grausamkeiten. Außerdem wird der Kontrast zu den Adeligen, insbesondere Maxcence hervorragend dargestellt. Bereits der Unterschied in der Ausdrucksweise lässt den Leser sofort auf ein völlig anderes gesellschaftliches Niveau schweben. Das Identifikationspotenzial mit den Figuren war jedoch gering. Obwohl mir Philippine als Hauptfigur mit kleinem Makel recht gut gefiel, war sie mir zu bescheiden, während Maxcence sich zu fein war, von seinem hohen Ross herab zu steigen.

Fazit:
Insgesamt eine sicher aufwendig recherchierte und im einzelnen mit sehr viel Liebe zum Detail geschriebene Geschichte. Als historischer Roman vermittelt das Buch ein gutes Bild der damaligen Zeit, inklusive der verrohten Menschen, der altertümlichen Ausdrucksweise und dem gewaltigen Umschwung, den die Französische Revolution bedeutete. Mir war die Geschichte teilweise dennoch zu langatmig, weshalb ich zu einem gemischten Fazit komme, sie Liebhabern des historischen Genres aber dennoch empfehlen würde.

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